Starte mit deiner Nutzung
Wie oft hebst du Bargeld ab? Brauchst du eine Kreditkarte? Machst du Überweisungen online oder am Schalter? Erst diese Nutzung macht zwei Konten vergleichbar.
Nimm die Kontoauszüge der letzten drei Monate und zähl: Kartenzahlungen, Abhebungen am Automaten deiner Bank und an fremden Automaten, Überweisungen, Daueraufträge und Lastschriften. Schau auch, was die Bank dir im selben Zeitraum verrechnet hat.
Kontoführung, Kartengebühr und Spesen für einzelne Buchungen stehen oft getrennt auf dem Auszug.
Für Studierende entscheiden meist drei Posten: Kontoführung, Debitkarte und Bargeld. Ein Konto ohne Kontoführungsgebühr kann trotzdem Geld kosten, wenn die Karte extra verrechnet wird oder der Automat ums Eck Gebühren verlangt.
Vergleiche die Jahreskosten
Der AK-Bankenrechner sortiert Girokonten nach jährlichen Kosten. Er ist die gesetzlich vorgesehene österreichische Preisvergleichsseite, unabhängig und werbefrei.
In Deutschland betreibt die Finanzaufsicht BaFin seit Januar 2025 selbst eine Vergleichsseite für Girokonten, den BaFin-Kontenvergleich. Vor dem Vertrag muss dir jede Bank kostenlos eine Entgeltinformation mit den wichtigsten Preisen geben (§ 5 Zahlungskontengesetz).
In beiden Ländern bekommst du mindestens einmal im Jahr kostenlos eine Entgeltaufstellung mit allem, was du tatsächlich gezahlt hast. Sie ist dein ehrlichster Ausgangswert: Leg sie neben die Preisliste des neuen Kontos.
- Altes Konto: Kontoführung, 12 × 4,90 €
- 58,80 €
- Altes Konto: Debitkarte, Jahresgebühr
- 20,00 €
- Altes Konto: 10 Abhebungen am fremden Automaten zu 1,95 €
- 19,50 €
- Neues Konto: alles zusammen, 12 × 2,00 €
- − 24,00 €
Ersparnis im Jahr74,30 €
Kostenlos hat Bedingungen
Kostenlose Konten sind laut Verbraucherzentrale meist an Bedingungen geknüpft, etwa an dein Alter oder einen monatlichen Mindestgeldeingang. Viele Studentenkonten gelten laut Arbeiterkammer nur bis zu einer Altersgrenze und werden danach auf ein anderes Kontomodell umgestellt.
Auch ohne Kontoführungsgebühr kann einiges kosten: Buchungen am Schalter, Kontoauszüge auf Papier, eine geplatzte Lastschrift oder Bargeld an fremden Automaten. In Deutschland kostet eine Abhebung dort laut Verbraucherzentrale etwa 5 €.
Trag dir deshalb zwei Termine ein: den Tag, an dem die Altersgrenze endet, und das voraussichtliche Ende deines Studiums. Prüf einen Monat vorher, was das Konto danach kostet. Dann entscheidest du in Ruhe und nicht erst nach der ersten Abbuchung.
Höhere Gebühren? Du entscheidest
In Deutschland reicht Schweigen nicht als Zustimmung: Seit einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 27. April 2021 braucht die Bank für höhere Kontogebühren deine ausdrückliche Zustimmung. Stimmst du nicht zu, darf sie das Konto kündigen, aber nur mit einer Frist von mindestens zwei Monaten (§ 675h BGB).
Nutze diese Zeit für einen Vergleich. Wer zustimmt, ohne nachzurechnen, zahlt die neue Gebühr jedes Jahr wieder.
Basiskonto: ein Konto für alle
In beiden Ländern hast du Anspruch auf ein Basiskonto, in Deutschland nach § 31 Zahlungskontengesetz, in Österreich nach § 23 Verbraucherzahlungskontogesetz. In Deutschland gilt das für alle mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU, auch ohne festen Wohnsitz.
Die Bank muss dir spätestens nach zehn Geschäftstagen ein Angebot machen. In Österreich ist das Entgelt für das Basiskonto gesetzlich gedeckelt.
Das hilft, wenn du neu im Land bist oder eine Bank dich ablehnt. Für den Alltag vergleichst du trotzdem: Ein Studentenkonto kann günstiger sein als das Basiskonto derselben Bank.
Wechseln ohne Lücke
Den Umzug übernimmt die neue Bank, wenn du sie mit dem Kontowechsel beauftragst. Die Fristen sind in beiden Ländern gleich: Die neue Bank fordert binnen zwei Geschäftstagen deine Daueraufträge und Lastschriften an, die alte liefert sie binnen fünf, die neue richtet sie binnen weiterer fünf Geschäftstage ein. Rechne also mit gut zwei Wochen.
Die Listen und die Datenübermittlung sind kostenlos, in Deutschland auch das Schließen des alten Kontos. Grundlage sind die §§ 22 bis 26 Zahlungskontengesetz und die §§ 14 bis 21 Verbraucherzahlungskontogesetz.
Egal wo: Geh diese Liste selbst durch. Diese Zahlungen vergisst man am leichtesten:
- Lohn aus dem Nebenjob: neue IBAN an den Arbeitgeber
- Familienbeihilfe, Kindergeld, Studienbeihilfe oder BAföG: neue IBAN an die auszahlende Stelle
- Miete, Handy, Internet, Strom und Streaming: Lastschriften und Daueraufträge umstellen
- Überweisungen von Eltern oder Mitbewohnern: neue IBAN durchgeben
- altes Konto erst schließen, wenn ein voller Monat ohne Buchung darauf gelaufen ist
Die Ersparnis im Monatsplan
Teile die jährliche Differenz durch zwölf. So siehst du, ob der Wechsel für deinen Alltagsrest spürbar ist oder nur nach einem großen Rabatt klingt.
Im Beispiel spart die Studentin aus der Wiener WG 74,30 € im Jahr, also 6,19 € im Monat. Bei 1.150 € Einnahmen klingt das wenig. Es ist aber Geld, das jeden Monat von selbst bleibt, ohne dass sie auf etwas verzichtet.
Orientierung, keine Rechts- oder Steuerberatung. Fristen, Preise und Regeln ändern sich, maßgeblich sind dein Vertrag und die verlinkten Stellen.
Quellen und Einordnung
Veränderliche Preise, Fristen und Regeln sind mit Prüfdatum und Geltungsbereich angegeben. Prüfe sie vor einer Entscheidung noch einmal bei der verlinkten Stelle.
- AK Oberösterreich: AK-BankenrechnerÖsterreich; abgerufen am 24. September 2026. Offizielle, unabhängige Vergleichsseite, sortiert nach Jahreskosten.
- Arbeiterkammer: Recht auf ein GirokontoÖsterreich; abgerufen am 24. September 2026. Basiskonto nach dem Verbraucherzahlungskontogesetz, Entgelt gedeckelt.
- RIS: VerbraucherzahlungskontogesetzÖsterreich; Fassung vom 27. April 2026, abgerufen am 24. September 2026. Entgeltaufstellung (§ 8), Vergleichswebsite (§ 10), Kontowechsel (§§ 14 bis 21), Basiskonto (§ 23).
- Arbeiterkammer: StudentenkontoÖsterreich; abgerufen am 24. September 2026. Gratis ist nicht immer kostenlos, Altersgrenzen bei Studentenkonten.
- Zahlungskontengesetz § 31: Anspruch auf ein BasiskontoDeutschland; abgerufen am 24. September 2026. Rechtmäßiger Aufenthalt in der EU, Angebot binnen zehn Geschäftstagen.
- Zahlungskontengesetz § 5 und § 10: Entgeltinformation und EntgeltaufstellungDeutschland; abgerufen am 24. September 2026. Entgeltaufstellung mindestens jährlich und kostenlos.
- Zahlungskontengesetz § 24: Kontowechsel bei der neuen BankDeutschland; abgerufen am 24. September 2026. Mit §§ 22, 23 und 26: Fristen von zwei und fünf Geschäftstagen, kostenlose Listen und Kontoschließung.
- BaFin: KontenvergleichDeutschland; abgerufen am 24. September 2026. Vergleichswebsite nach § 16 Zahlungskontengesetz, seit 15. Januar 2025.
- Bundesgerichtshof: Urteil XI ZR 26/20Deutschland; Pressemitteilung vom 27. April 2021, abgerufen am 24. September 2026. Schweigen gilt nicht als Zustimmung zu höheren Entgelten.
- BGB § 675h: Kündigung durch die BankDeutschland; abgerufen am 24. September 2026. Kündigungsfrist mindestens zwei Monate.
- Verbraucherzentrale: Welches Girokonto ist das beste für mich?Deutschland; Stand 10. Dezember 2025, abgerufen am 24. September 2026. Bedingungen kostenloser Konten, fremde Automaten etwa 5 €.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen
Sind alle Banken im AK-Bankenrechner?
Ein großer Teil nimmt teil, aber nicht zwingend der gesamte Markt. Preise und Teilnahme können sich ändern.
Brauche ich eine Kreditkarte?
Nicht unbedingt. Eine Kreditkarte lohnt sich, wenn du sie wirklich nutzt, etwa für Reisen oder Mietwagen. Rechne ihre Jahresgebühr dann in den Vergleich ein.
Was passiert mit Daueraufträgen beim Wechsel?
Beauftragst du den Kontowechsel, richtet die neue Bank sie binnen weniger Geschäftstage neu ein. Prüf trotzdem nach dem ersten Monat, ob alle Zahlungen vom neuen Konto laufen, bevor du das alte schließt.
In der App weiter
Kontogebühren gehören in den Plan.
Trag Kontoführung und Kartengebühr als Fixkosten oder Jahreskosten ein. So siehst du, was ein Wechsel im Monat wirklich bringt.
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