Plane einen Restetag

Reserviere vor dem nächsten Großeinkauf eine Mahlzeit für offene Packungen und reifes Gemüse. So wird aus Bestand ein Essen statt ein neuer Einkaufszettel.

Resteessen brauchen kein Rezept, nur eine Form: Pfanne, Suppe, Auflauf oder Omelett. Gemüse, ein Rest Reis oder Nudeln, zwei Eier und etwas Käse ergeben fast immer ein Abendessen.

  • Pfanne: Reis oder Nudeln vom Vortag mit Gemüse und Ei
  • Suppe: weiches Gemüse, Kartoffeln, Brühe
  • Auflauf: Reste, Sauce, Käse drüber
Beispiel: was ein Restetag rettetFiktive Einkaufspreise für eine Person. Die Reste wären sonst in den nächsten Tagen abgelaufen.
Halbe Packung Reis vom Vortag
0,50 €
Drei weiche Karotten, eine halbe Zucchini
1,10 €
Joghurt, Mindesthaltbarkeit gestern
0,99 €
Zwei Eier und ein Rest Käse
1,40 €

Bezahlt und trotzdem gegessen3,99 €

Zwei Daten, zwei Regeln

Das Mindesthaltbarkeitsdatum, „mindestens haltbar bis“, ist ein Versprechen des Herstellers: Bis dahin behält die ungeöffnete, richtig gelagerte Ware Geruch, Geschmack und Nährwert. Danach ist sie oft noch gut, etwa Joghurt.

Prüfe Verpackung, Aussehen, Geruch und Geschmack. Geschäfte dürfen solche Ware sogar weiter verkaufen, wenn sie sie prüfen und auf das Datum hinweisen.

Das Verbrauchsdatum, „zu verbrauchen bis“, steht auf leicht verderblichen Lebensmitteln wie frischem Hackfleisch, frischem Fisch oder geschnittenem Salat. Nach diesem Tag gilt das Lebensmittel laut EU-Recht als nicht sicher und darf nicht mehr verkauft werden. Iss es nicht mehr, auch wenn es unauffällig aussieht.

Lagere nach Reihenfolge

Stell Produkte mit kurzem Datum nach vorn und neue Einkäufe nach hinten. Notiere offene Zutaten im Wochenplan.

Der Kühlschrank sollte höchstens 7 Grad haben, besser unter 5, rät das Bundesinstitut für Risikobewertung. Fleisch und Fisch gehören ins unterste Fach über dem Gemüsefach, dort ist es am kältesten.

Einfrieren rettet viel: Brot in Scheiben, Reste portionsweise, reife Bananen geschält für Porridge. Eintopf oder Nudelsauce halten bei minus 18 Grad einige Monate. Schreib Inhalt, Menge und Datum auf die Dose, sonst wird der Tiefkühler zum Rätsel.

Retten mit Apps und Initiativen

Neben dem eigenen Kühlschrank gibt es Wege, Lebensmittel zu retten, die sonst im Handel übrig bleiben. Jeder Weg hat eigene Regeln.

Bei Too Good To Go reservierst und bezahlst du in der App eine Überraschungstüte, in Österreich ein Überraschungssackerl, laut Anbieter zum halben Preis oder weniger. Abholen musst du im angegebenen Zeitfenster. Was drin ist, weißt du vorher nicht, plane also flexibel.

foodsharing betreibt Fairteiler: Regale oder Kühlschränke, aus denen alle kostenlos Lebensmittel nehmen und in die alle welche bringen dürfen. Ware nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum ist dort erlaubt.

Tafeln in Deutschland verlangen meist einen Nachweis über geringes Einkommen, etwa einen BAföG-Bescheid. Die Grenze legt jede Tafel selbst fest.

Die Sozialmärkte SOMA des Wiener Hilfswerks verlangen einen Hauptwohnsitz in Wien und eine SOMA-Karte, für Einzelpersonen gilt seit Mai 2026 eine Einkommensgrenze von 1.806 € bei zwölf Bezügen im Jahr. Studierende ohne Einkommen legen den Studierendenausweis und eine Erklärung vor.

Was Wegwerfen kostet

In Deutschland entstehen rund 58 Prozent aller Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten, laut Umweltbundesamt etwa 74,5 kg pro Person und Jahr (Daten für 2022). In Österreich waren es 2022 laut Landwirtschaftsministerium rund 70 kg pro Kopf, davon etwa 40 kg vermeidbar. Schalen und Knochen zählen mit.

Für dein Budget zählt, was du gekauft und nicht gegessen hast. Jede Packung, die abläuft, hast du voll bezahlt. Ein Restetag pro Woche macht aus diesem Geld ein Abendessen.

Ein Kühlschrank für die WG

Im geteilten Kühlschrank verschwindet vieles hinten links. Gebt jeder Person ein Fach und richtet ein gemeinsames Fach ein: Was dort liegt, darf jede Person essen. Wer wegfährt, stellt Verderbliches vorher hinein.

Einmal pro Woche schaut eine Person durch, am besten vor dem Einkaufstag. Was bald abläuft, wird zum Restetag für alle.

Quellen und Einordnung

Veränderliche Preise, Fristen und Regeln sind mit Prüfdatum und Geltungsbereich angegeben. Prüfe sie vor einer Entscheidung noch einmal bei der verlinkten Stelle.

  1. Verbraucherzentrale: Lebensmittel vor der Tonne bewahrenDeutschland; abgerufen am 24. September 2026. Planung, Vorratskontrolle und Resteverwertung.
  2. Verbraucherzentrale: Mindesthaltbarkeitsdatum ist nicht gleich VerbrauchsdatumDeutschland; Stand 2. Oktober 2025, abgerufen am 24. September 2026. Sinnesprüfung nach dem MHD, Verkauf nach Prüfung erlaubt, Verbrauchsdatum bei Hackfleisch, Fisch, geschnittenem Salat.
  3. Umweltbundesamt: LebensmittelabfälleDeutschland; Stand 27. Oktober 2025, abgerufen am 24. September 2026. Rund 58 Prozent in privaten Haushalten, etwa 74,5 kg pro Kopf und Jahr (2022).
  4. BMLUK: Lebensmittelabfälle in HaushaltenÖsterreich; abgerufen am 24. September 2026. 2022 rund 70 kg pro Kopf, davon etwa 40 kg vermeidbar.
  5. EUR-Lex: Lebensmittelinformationsverordnung (EU) Nr. 1169/2011EU; abgerufen am 24. September 2026. Art. 24: Nach dem Verbrauchsdatum gilt ein Lebensmittel als nicht sicher.
  6. BfR: Schutz vor Lebensmittelinfektionen im PrivathaushaltDeutschland; Stand 2020, abgerufen am 24. September 2026. Kühlschrank höchstens 7 Grad, besser unter 5; Reste in zwei bis drei Tagen.
  7. BZfE: Reste verwertenDeutschland; Stand 20. Februar 2025, abgerufen am 24. September 2026. Einfrieren bei minus 18 Grad, beschriften.
  8. Too Good To GoDeutschland und Österreich; abgerufen am 24. September 2026. Überraschungstüte zum halben Preis oder weniger, Abholung im Zeitfenster.
  9. foodsharing Wiki: FairteilerDeutschland und Österreich; abgerufen am 24. September 2026. Kostenlos für alle, erlaubte und verbotene Lebensmittel.
  10. Tafel Deutschland: Häufige FragenDeutschland; abgerufen am 24. September 2026. Nachweis etwa per BAföG-Bescheid, Grenze legt jede Tafel fest.
  11. Wiener Hilfswerk: SOMA SozialmärkteÖsterreich; abgerufen am 24. September 2026. Einkommensgrenze Einzelperson 1.806 € (zwölfmal im Jahr) ab 4. Mai 2026, Hauptwohnsitz Wien.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Darf ich Lebensmittel nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum noch essen?

Oft ja, wenn Verpackung, Aussehen, Geruch und Geschmack unauffällig sind. Beim Verbrauchsdatum gelten strengere Sicherheitsregeln.

Was darf in einen Fairteiler?

Ware nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum ja. Tabu sind laut foodsharing unter anderem Ware nach dem Verbrauchsdatum, geöffnete Packungen, Hackfleisch, Rohmilchprodukte und Ware, deren Kühlkette unterbrochen war.

Wie lange halten gekochte Reste?

Im Kühlschrank zwei bis drei Tage, rät das Bundesinstitut für Risikobewertung. Gekochten Reis isst du besser innerhalb eines Tages. Was länger warten soll, frierst du ein.

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