Beginne zu Hause

Der günstigste Einkauf ist der, den du nicht machst. Schau vor dem Einkauf in Kühlschrank, Tiefkühler und Vorratsregal. Was muss bald weg? Was ist schon da? Ein Foto vom offenen Kühlschrank hilft, wenn du im Geschäft unsicher bist.

Plane daraus Mahlzeiten und ergänze nur, was wirklich fehlt. Die halbe Packung Reis und die drei Karotten sind schon ein halbes Abendessen.

Erst der Plan, dann die Liste

Leg für die Woche vier bis fünf Hauptgerichte fest und einen Restetag. Schreib daraus die Liste, sortiert nach den Bereichen im Geschäft: Obst und Gemüse, Kühlregal, Trockenware, Tiefkühler. So läufst du nicht kreuz und quer an den Aktionsregalen vorbei.

Die Verbraucherzentrale rät zu einem großen Einkauf pro Woche. Leicht Verderbliches planst du für den Anfang der Woche, Haltbares für das Ende.

Geh nicht hungrig einkaufen und nimm dir einen Betrag vor, bevor du losgehst. Wer weiß, dass für die Woche 40 € da sind, legt die dritte Packung Kekse eher zurück.

  • Vorrat prüfen
  • Gerichte festlegen
  • Liste nach Bereichen
  • Betrag vorher festlegen

Vergleiche den Grundpreis

Der Packungspreis täuscht, sobald die Größen verschieden sind. Der Grundpreis steht klein beim Preis: der Preis pro Kilogramm oder Liter. Er macht Marken und Packungen vergleichbar. In Deutschland verlangt das die Preisangabenverordnung, in Österreich das Preisauszeichnungsgesetz.

Die Einheit ist in beiden Ländern grundsätzlich 1 kg oder 1 l. In Deutschland sind 100 g nur noch bei loser Ware erlaubt. In Österreich dürfen etwa Wurst, Käse und Schokolade in 100 g ausgezeichnet sein. Vergleiche deshalb nur Grundpreise mit derselben Einheit.

Ein Beispiel: 500 g Nudeln um 1,29 € kosten 2,58 € pro Kilo. Die 1-kg-Packung um 2,79 € ist also teurer, obwohl sie nach Vorrat aussieht.

XXL ist nicht automatisch billiger. In Deutschland bezieht sich der Grundpreis bei Konserven in Flüssigkeit auf das Abtropfgewicht, also auf das, was du wirklich isst.

Beispiel: ein Wocheneinkauf für 37 €Fiktive Preise für eine Person in Wien, dazu Öl und Gewürze aus dem Vorrat. Die Zahlen zeigen die Rechnung, keine Ladenpreise.
2 kg Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln, Kraut
5,97 €
1 kg Reis, 1 kg Nudeln
3,97 €
500 g rote Linsen, 3 Dosen Tomaten
4,16 €
1 kg Tiefkühlgemüse
2,29 €
Äpfel und Bananen
3,98 €
10 Eier, 1 kg Joghurt
5,77 €
1 kg Brot, 400 g Käse
7,48 €
2 l Milch, 1 kg Haferflocken
3,38 €

Wocheneinkauf zusammen37,00 €

Eigenmarken und Aktionen

Eigenmarken der Supermärkte sind meist günstiger. Laut Verbraucherzentrale NRW kosten Markenprodukte im Schnitt 51,3 Prozent mehr als Eigenmarken, bei Tests der Stiftung Warentest zeigen sich kaum Qualitätsunterschiede.

Marken im Sonderangebot sind laut Verbraucherzentrale Hamburg meist immer noch teurer als die Eigenmarke.

Aktionen wie „2 für 1“ oder minus 25 Prozent sparen nur, wenn das Produkt ohnehin auf deiner Liste steht oder lange hält. Vorsicht bei Packungen, die bei gleichem Aussehen weniger enthalten: Der Grundpreis zeigt es, weil er die Menge mitrechnet.

In Österreich müssen größere Lebensmittel- und Drogeriehändler solche Mogelpackungen seit 1. April 2026 kennzeichnen. Steigt der Grundpreis durch weniger Inhalt um mindestens 3 Prozent, steht 60 Tage lang ein Hinweis am Produkt oder Regal.

Kaufe nur nutzbare Mengen

Ein niedriger Grundpreis spart nur, wenn du die Menge verbrauchst. 2 kg Äpfel für eine Person sind kein Schnäppchen, wenn die Hälfte im Biomüll landet. Tiefkühlgemüse ist oft eine gute Lösung: Du nimmst nur, was du brauchst, der Rest wartet.

Ein geplanter Wocheneinkauf spart Wege und spontane Zusatzkäufe. Frisches wie Brot, Milch oder Salat kaufst du bei Bedarf in der Wochenmitte nach, dann aber nur mit kurzer Liste.

Einkaufen in der WG

Grundzutaten, die alle brauchen, kauft ihr gemeinsam: Öl, Salz, Gewürze, Klopapier, Spülmittel. Große Packungen lohnen sich hier eher, weil vier Leute sie aufbrauchen. Führt eine gemeinsame Liste am Kühlschrank oder im Handy.

Wer einkauft, fotografiert den Bon. Am Monatsende rechnet ihr ab, statt jede Woche über Kleinbeträge zu reden.

Zur Einordnung: Österreichische Haushalte gaben laut Konsumerhebung 2024/25 im Schnitt 484 € im Monat für Ernährung und alkoholfreie Getränke aus. Das ist ein Wert pro Haushalt, nicht pro Person. Ein fester Wochenbetrag zeigt dir, wo du selbst liegst.

Quellen und Einordnung

Veränderliche Preise, Fristen und Regeln sind mit Prüfdatum und Geltungsbereich angegeben. Prüfe sie vor einer Entscheidung noch einmal bei der verlinkten Stelle.

  1. Verbraucherzentrale: Gut planen und clever einkaufenDeutschland; abgerufen am 24. September 2026. Vorräte prüfen, Wochenplan, Einkaufsliste.
  2. Verbraucherzentrale: Grundpreis ermöglicht PreisvergleichDeutschland; Stand 11. Juni 2025, abgerufen am 24. September 2026. Grundpreis je Kilogramm oder Liter, 100 g nur bei loser Ware.
  3. Preisangabenverordnung § 5Deutschland; abgerufen am 24. September 2026. Einheit 1 kg oder 1 l, bei loser Ware auch 100 g; bei Konserven das Abtropfgewicht.
  4. RIS: PreisauszeichnungsgesetzÖsterreich; abgerufen am 24. September 2026. § 10a: Grundpreis je 1 kg oder 1 l.
  5. RIS: Verordnung zur GrundpreisauszeichnungÖsterreich; abgerufen am 24. September 2026. 100 g zulässig etwa bei Wurst, Käse und Schokolade.
  6. RIS: Anti-Mogelpackungs-Gesetz, BGBl. I Nr. 9/2026Österreich; ausgegeben 24. März 2026, abgerufen am 24. September 2026. Kennzeichnung ab 1. April 2026, 60 Tage, ab 3 Prozent höherem Grundpreis.
  7. Verbraucherzentrale NRW: Kommt es auf die Marke an?Deutschland; Stand 21. Juli 2026, abgerufen am 24. September 2026. Marken im Schnitt 51,3 Prozent teurer als Eigenmarken.
  8. Verbraucherzentrale Hamburg: 10 Tipps für den LebensmitteleinkaufDeutschland; Stand 16. April 2026, abgerufen am 24. September 2026. Nicht hungrig einkaufen, Liste schreiben, Eigenmarken.
  9. Statistik Austria: Ausgaben privater HaushalteÖsterreich; Tabellen vom 24. Februar 2026, abgerufen am 24. September 2026. Konsumerhebung 2024/25: 484 € für Ernährung und alkoholfreie Getränke.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Sind Eigenmarken immer günstiger?

Nicht automatisch. Vergleiche Grundpreis, Menge und Produktqualität am Einkaufstag.

Wo finde ich den Grundpreis?

Auf dem Preisschild am Regal, in der Nähe des Verkaufspreises, meist kleiner gedruckt. Er gilt je Kilogramm oder Liter.

Lohnt sich ein großer Einkauf pro Woche?

Oft ja, weil du seltener spontan einkaufst. Plane Frisches trotzdem so, dass du es aufbrauchst, und kauf in der Wochenmitte gezielt nach.

Woran erkenne ich eine Mogelpackung?

Am Grundpreis: Enthält die Packung weniger bei gleichem Preis, steigt er. In Österreich müssen größere Händler das seit April 2026 eigens kennzeichnen, in Deutschland hilft nur der Vergleich.

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