Erst prüfen, was schon da ist
Viele junge Leute sind noch über die Eltern versichert: in Deutschland in der Familienversicherung und oft in der Privathaftpflicht und Hausratversicherung der Eltern, in Österreich in der Mitversicherung und oft in der Haushaltsversicherung. Frag nach, bis wann das gilt.
In Österreich finanzieren 70 Cent deines ÖH-Beitrags eine Unfall- und Haftpflichtversicherung. Sie gilt aber nur im Rahmen des Studiums, nicht im Alltag.
Privathaftpflicht: die wichtigste
Die Haftpflicht zahlt, wenn du anderen einen Schaden zufügst: Du fährst mit dem Rad ein parkendes Auto an, oder in der WG läuft Wasser in die Wohnung darunter. Solche Schäden können sehr teuer werden.
Die Verbraucherzentrale nennt die private Haftpflicht unverzichtbar und rät zu einer Deckung von mindestens 10 Millionen €.
In Österreich steckt die private Haftpflicht in der Haushaltsversicherung, laut Arbeiterkammer mit mindestens 1,5 Millionen € und weltweit. In Deutschland ist sie ein eigener Vertrag.
Achte auf die Versicherungssumme, also den Betrag, bis zu dem die Versicherung zahlt, und darauf, ob Schäden an gemieteten Räumen eingeschlossen sind.
Hausrat oder Haushalt: kommt drauf an
Die Hausratversicherung, in Österreich Haushaltsversicherung, ersetzt deine eigenen Sachen nach Feuer, Leitungswasser, Sturm oder Einbruch. Ob sie sich lohnt, hängt davon ab, was du besitzt.
Überschlag den Neuwert von Laptop, Rad, Möbeln und Kleidung: Könntest du das nach einem Brand selbst ersetzen? Die Verbraucherzentrale hält eine Hausratversicherung für Studierende vor allem bei teurem Hausrat für sinnvoll.
In Österreich empfiehlt die Arbeiterkammer die Haushaltsversicherung dagegen ausdrücklich, weil sie die Haftpflicht mitbringt.
In der WG schützt ein Vertrag meist nur die Sachen der Person, die ihn abgeschlossen hat. Klärt, wer was versichert hat.
- Privathaftpflicht: 30 € im Halbjahr ÷ 6
- 5,00 €
- Hausrat: 24 € im Halbjahr ÷ 6
- 4,00 €
Jeden Monat zurücklegen9,00 €
Krankenversicherung: Pflicht, aber oft schon geregelt
Eine Krankenversicherung musst du in beiden Ländern haben. Meist läuft sie über die Eltern, den Job oder als Versicherung für Studierende. Wann sich das ändert, steht im Beitrag zu den Versicherungen mit 25 und 27.
Berufsunfähigkeit: prüfen, nicht blind abschließen
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine Rente, wenn du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kannst. Die Verbraucherzentrale hält sie für nahezu alle Studierenden für wichtig und rät, früh abzuschließen, weil es dann günstiger ist.
Die Arbeiterkammer Oberösterreich nennt sie nach dem Ende der Ausbildung überlegenswert. Vor dem Abschluss stellt der Versicherer Gesundheitsfragen. Beantworte sie vollständig und richtig, sonst kann er vom Vertrag zurücktreten.
Ob und wann sie für dich passt, hängt von Gesundheit, Studium, Beruf und Budget ab. Lass dich dazu unabhängig beraten, nicht nur von jemandem, der am Abschluss verdient.
In Österreich zählt die Arbeiterkammer Oberösterreich für Studierende außerdem eine private Unfallversicherung zu den sinnvollen Versicherungen.
Meist verzichtbar
Diese Versicherungen decken meist Schäden, die du im Notfall selbst zahlen kannst. Verbraucherzentrale und Arbeiterkammer nennen sie als typische Sparkandidaten.
- Geräteversicherung für Handy, Laptop oder Brille, außer bei sehr teuren Geräten
- Reisegepäckversicherung
- Glasbruchversicherung
- Reparaturversicherung
So planst du die Beiträge
Schreib jede Versicherung mit Betrag, Rhythmus und nächster Fälligkeit auf. Teile Jahres- oder Halbjahresbeiträge auf die Monate davor auf, dann ist das Geld da, wenn die Rechnung kommt.
Prüf einmal im Jahr, ob Versicherungssumme und Wohnsituation noch stimmen, etwa nach einem Umzug in die WG oder wenn die Mitversicherung bei den Eltern endet. Doppelt versichert heißt doppelt zahlen.
Orientierung, keine Versicherungs- oder Rechtsberatung. Restklar empfiehlt keine Produkte und keine Anbieter. Maßgeblich sind deine Verträge und die verlinkten Stellen. Unabhängig beraten die Arbeiterkammer in Österreich und die Verbraucherzentralen in Deutschland.
Quellen und Einordnung
Veränderliche Preise, Fristen und Regeln sind mit Prüfdatum und Geltungsbereich angegeben. Prüfe sie vor einer Entscheidung noch einmal bei der verlinkten Stelle.
- Verbraucherzentrale: Versicherungen für StudierendeDeutschland; Stand 19. August 2026, abgerufen am 24. September 2026. Privathaftpflicht, Hausrat und Schutz über die Eltern.
- Arbeiterkammer: Versicherungen für KinderÖsterreich; abgerufen am 24. September 2026. Mitversicherung in der Haushaltsversicherung meist bis 25.
- Verbraucherzentrale: Private HaftpflichtversicherungDeutschland; Stand 7. Oktober 2025, abgerufen am 24. September 2026. Unverzichtbar, Deckung mindestens 10 Millionen €.
- Verbraucherzentrale: Welche Versicherungen zum Start in Ausbildung oder JobDeutschland; Stand 21. November 2025, abgerufen am 24. September 2026. Meist unnötig: Glasbruch, Reisegepäck, Geräteversicherung.
- Verbraucherzentrale: Welche Versicherung brauche ich?Deutschland; Stand 20. Januar 2025, abgerufen am 24. September 2026. Geräteversicherungen nur bei sehr teuren Anschaffungen.
- Verbraucherzentrale: Berufsunfähigkeit absichernDeutschland; Stand 2. Januar 2025, abgerufen am 24. September 2026. Früh abschließen, Gesundheitsfragen vollständig beantworten.
- ÖH: ÖH-BeitragÖsterreich; abgerufen am 24. September 2026. 0,70 € des Beitrags für die ÖH-Versicherung.
- Arbeiterkammer Oberösterreich: HaushaltsversicherungÖsterreich; abgerufen am 24. September 2026. Unbedingt zu empfehlen, Haftpflicht mindestens 1,5 Millionen €, weltweit.
- Arbeiterkammer Oberösterreich: Versicherungs-CheckÖsterreich; abgerufen am 24. September 2026. Sinnvolle Versicherungen und Sparkandidaten, Berufsunfähigkeit nach der Ausbildung überlegenswert.
- Arbeiterkammer Oberösterreich: VersicherungsvertragÖsterreich; abgerufen am 24. September 2026. Leistungsumfang, Ausschlüsse und Versicherungssumme vergleichen.
- Arbeiterkammer Salzburg: Kostenfalle VersicherungsspesenÖsterreich; abgerufen am 24. September 2026. Zuschläge bei monatlicher Zahlung.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen
Brauche ich in der WG eine eigene Haftpflicht?
Wenn dich kein Vertrag der Eltern mehr schützt, ja. Mitbewohner sind in deinem Vertrag meist nicht automatisch mitversichert, und du nicht in ihrem.
Soll ich jährlich oder monatlich zahlen?
Jährlich ist oft günstiger, weil Zuschläge für monatliche Zahlung wegfallen. Leg den Betrag dann jeden Monat zurück, damit die Rechnung dich nicht überrascht.
Empfiehlt Restklar bestimmte Versicherungen?
Nein. Restklar ist ein Werkzeug für deinen Monatsplan, keine Versicherungsberatung, und bekommt von Versicherern kein Geld.
In der App weiter
Jahresprämie? Jeden Monat ein Stück.
Trag jede Versicherung mit Betrag, Rhythmus und Fälligkeit als Jahreskosten ein. Restklar zeigt, wie viel du jeden Monat zurücklegen solltest.
Jahreskosten
Erst rechnen. Dann erinnern lassen.
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