Die Grundidee
Die Regel teilt dein Nettoeinkommen, also das Geld, das auf deinem Konto ankommt, in drei Blöcke. Sie ist eine Orientierung, kein Urteil über dein Budget.
- 50 Prozent Bedarf: Miete, Energie, Handy, Versicherungen, Lebensmittel, Ticket, Mindestraten
- 30 Prozent Wünsche: Ausgehen, Streaming, Kleidung über den Bedarf hinaus, Reisen
- 20 Prozent Sparen: Notgroschen, Sparziele und jede Tilgung über die Mindestrate hinaus
Hohe Wohnkosten verändern die Rechnung
In teuren Städten kann Notwendiges deutlich mehr als die Hälfte des Einkommens beanspruchen. Eine starre Quote hilft dann weniger als die ehrliche Frage, welcher Betrag nach allen Verpflichtungen frei bleibt.
Ein fiktives Beispiel für die erste eigene Wohnung in Deutschland: Vollzeit zum Mindestlohn von 13,90 € ergibt rund 2.410 € brutto und in Steuerklasse I (ledig, ohne Kinder) rund 1.715 € netto. Die festen Kosten in der Tabelle machen 735,36 € aus, knapp 43 Prozent.
Mit rund 250 € für Lebensmittel sind es gut 57 Prozent, bevor Drogerie, Kleidung oder Rücklagen dazukommen.
- Netto bei Vollzeit, Steuerklasse I
- 1.715,00 €
- Warmmiete
- − 560,00 €
- Strom
- − 40,00 €
- Internet
- − 30,00 €
- Handy
- − 15,00 €
- Versicherungen
- − 9,00 €
- Rundfunkbeitrag
- − 18,36 €
- Deutschlandticket
- − 63,00 €
Bleibt nach festen Kosten979,64 €
Ehrlich gerechnet im Studium
Eine fiktive Studentin in einer Wiener WG hat 1.150 € im Monat. Nach der Regel wären das 575 € Bedarf, 345 € Wünsche und 230 € Sparen.
Ihr Bedarf sieht anders aus: 480 € Zimmer, 15 € Handy, 24,50 € für die Jahreskarte Jugend (294 € ÷ 12), 4,37 € für den ÖH-Beitrag (zweimal 26,20 € ÷ 12) und 200 € für Einkäufe. Das sind 723,87 €, rund 63 Prozent.
Spart sie 75 € für ihren Laptop, sind das knapp 7 Prozent. Für Wünsche bleiben 351,13 €, rund 31 Prozent.
Das ist kein schlechtes Budget. Es ist ein typisches: Wohnen ist im Studium der größte Block, und das Einkommen ist klein. Die 20 Prozent Sparen sind dann oft das Erste, was nicht aufgeht.
Wo die Regel nicht passt
In diesen Fällen führt die feste Quote eher in die Irre:
- sehr kleines Einkommen: Bedarf über 50 Prozent ist dann normal, nicht falsch
- schwankendes Einkommen aus Ferienjob oder Nebenjob: rechne mit dem Monat, der sicher kommt
- teure Schulden wie ein überzogenes Konto: die gehen vor jedem Sparziel
- Eltern zahlen die Miete direkt: dann fehlt sie bei Einnahmen und Bedarf, die Quoten verschieben sich
Deine eigene Variante
Dreh die Reihenfolge um. Rechne zuerst deinen Bedarf in Euro aus, nicht in Prozent. Leg dann einen kleinen, festen Sparbetrag fest, der am Zahltag sofort weggeht, etwa 5 Prozent. Bei 1.150 € sind das 57,50 €. Der Rest ist dein Rahmen für Wünsche und Alltag.
Als erstes Sparziel eignet sich ein Notgroschen für ein kaputtes Handy, eine Nachzahlung oder eine Kaution. Die Verbraucherzentrale nennt als Faustregel zwei bis drei Monatsgehälter, die Arbeiterkammer die Lebenshaltungskosten für drei Monate.
Im Studium dauert das lange. Fang trotzdem an: 57,50 € im Monat sind nach einem Jahr 690 €.
Nutze die Quoten als Check
Berechne die Verteilung einmal im Semester. Sie zeigt dir große Blöcke: Frisst die Miete 45 Prozent, bringt ein günstigeres Zimmer mehr als jedes gestrichene Abo. Liegen die Wünsche weit über 30 Prozent, lohnt sich ein Blick auf Abos und Essen außer Haus.
Bekannt gemacht haben die Regel Elizabeth Warren und Amelia Warren Tyagi in ihrem Buch „All Your Worth“ aus der Mitte der 2000er-Jahre. Es richtet sich an Haushalte in den USA mit festem Einkommen, nicht an Studierende in Wien oder Leipzig. Nimm die Regel als Werkzeug, nicht als Maßstab.
Quellen und Einordnung
Veränderliche Preise, Fristen und Regeln sind mit Prüfdatum und Geltungsbereich angegeben. Prüfe sie vor einer Entscheidung noch einmal bei der verlinkten Stelle.
- Bundesregierung: MindestlohnDeutschland; abgerufen am 23. September 2026. 13,90 € pro Stunde seit 1. Januar 2026. Brutto im Beispiel: 13,90 € × 173,3 Stunden.
- Netto-Check: Mindestlohn-RechnerDeutschland; abgerufen am 23. September 2026. Privater Rechner, Orientierung für rund 1.715 € netto bei Vollzeit, Steuerklasse I, ohne Kinder.
- Rundfunkbeitrag: ZahlungDeutschland; abgerufen am 23. September 2026. 18,36 € im Monat je Wohnung.
- Bundesregierung: DeutschlandticketDeutschland; abgerufen am 23. September 2026. 63 € im Monat seit Januar 2026.
- Wiener Linien: Tickets für StudierendeÖsterreich; abgerufen am 24. September 2026. Jahreskarte Jugend digital 294 €.
- Uni Graz: ÖH-Beitrag erhöhtÖsterreich; abgerufen am 24. September 2026. 26,20 € je Semester ab Wintersemester 2026/27.
- Verbraucherzentrale: Sparen beim AuszugDeutschland; Stand 12. Februar 2026, abgerufen am 24. September 2026. Notgroschen als Faustregel zwei bis drei Monatsgehälter.
- AK Burgenland: HaushaltsbudgetÖsterreich; abgerufen am 24. September 2026. Reserve für die Lebenshaltungskosten von drei Monaten.
- TIME: 60/30/10 statt 50/30/20USA; Stand 15. März 2024, abgerufen am 24. September 2026. Regel bekannt gemacht durch Warren und Tyagi, „All Your Worth“.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen
Ist die Regel für jedes Einkommen geeignet?
Nein. Einkommen, Wohnort, Familie, Schulden und notwendige Gesundheits- oder Mobilitätskosten verändern sinnvolle Quoten erheblich.
Sind Kreditraten Bedarf oder Sparen?
Die Mindestrate gehört zum Bedarf, denn du musst sie zahlen. Was du freiwillig zusätzlich tilgst, zählt zum Block Sparen und Schuldenabbau.
Rechne ich mit brutto oder netto?
Mit netto, also mit dem Geld, das auf deinem Konto ankommt. Bekommst du 14 Gehälter im Jahr, rechne das Jahresnetto durch zwölf oder nimm die zwei Sonderzahlungen als Polster für Jahreskosten.
Was, wenn ich gar nichts sparen kann?
Dann ist das ehrlich und kein Versagen. Leg zuerst für bekannte Jahreskosten zurück, damit keine Rechnung überrascht. Ein Sparbetrag von 10 oder 20 € im Monat ist ein Anfang.
In der App weiter
Keine Quote raten. Den Rest wissen.
Statt einer festen Quote zeigt Restklar, was nach Miete, Fixkosten und Rücklagen wirklich frei ist.
Partnerprogramm Restklar Campus
Verdien mit Restklar.
Teil die kostenlose App. Du bekommst einen Anteil an jeder Zahlung, solange die Person zahlt.
- von jeder Zahlung für Solo Plus
- 30 %
- von jeder Zahlung für Gemeinsam
- 40 %
- Monats-Top-3 im Oktober und November*
- 200 / 100 / 50 €
* Ab fünf neuen zahlenden Kunden im Monat, aus einem monatlichen Bonusbudget, bei Überschreitung anteilig gekürzt; Provision, Jahresprämie und Meilensteine sind nicht gedeckelt. Ab 18, Wohnsitz in Österreich oder Deutschland, einstufig, ohne Gebühr. Anmeldung ab Oktober. Alle Bedingungen
